Zwischen A-Jugend-Optik und Siegerbier

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Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Da reist eine Truppe an, die in absoluten Fachkreisen ehrfürchtig als die „A-Jugend der Altherren“ gehandelt wird – allein für diese Selbstironie gehört ihnen eigentlich schon der Friedensnobelpreis. Freitagabend, Sportplatz in Birkwitz. Die Alten Herren des SV Aufbau geben sich die Ehre.

Und was machen diese Jungs auf dem Platz? Die rennen wie die wildesten Wühlmäuse! Erst wird der SV Glashütte niedergewalzt, dann kriegt der TSV Graupa sein Päckchen, und gegen die SG Traktor Reinhardtsdorf erkämpft man sich ein wackeres Remis. Schwups, Halbfinale gegen den Gastgeber. Nach regulärer Spielzeit steht die Null – also die Extra-Portion Drama: Neunmeterschießen. Aufbau beweist das glücklichere Händchen und zieht ins Endspiel ein.

Und wen treffen sie im Finale? NatĂĽrlich. Reinhardtsdorf. Man wird sie einfach nicht los.

Bis kurz vor Ultimo halten unsere Jungs den Laden dicht, opfern die letzten verbliebenen Knorpel und Bänder, und dann das: Kurz vor Abpfiff der absolute Tiefschlag. 0:1, die Früchte der harten Arbeit kurz vor der Ziellinie zertreten. Das ist Fußball-Romantik in ihrer grausamsten Form.

Aber – und das ist das Entscheidende – die wirklich wichtigen Geschichten schreibt das Turnier ohnehin an anderer Stelle:

  • Die Katze von Birkwitz: Zwischen den Pfosten stand eine absolute Wand namens „Wolle“. Völlig zu Recht zum besten TorhĂĽter des Turniers gewählt – Hut ab vor dieser Reflex-Maschine!

  • Der Härtetest: Das Wetter war… nun ja, sagen wir, es war anwesend und hatte schlechte Laune.

  • Die gerechte Belohnung: Nach dem Abpfiff gab es keine Tränen, sondern die einzig wahre innere Desinfektion beim gemĂĽtlichen Siegerbier.

Unterm Strich ein fantastischer Auftritt, der trotz des späten Gegentors genau die richtige Mischung aus Schmerz und Spaß hatte. Macht definitiv Bock auf mehr!